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Tagesausflug nach Palestrina ab Rom

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Palestrina, ein kleines Städtchen 40 km östlich von Rom, ist ein ganz besonderes Ausflugsziel. Die Stadt liegt am Südhang der Monti Prenestini und zieht sich den Berg hinauf. Schon von weitem lassen die terrassenförmige Anordnung und die dicken Stadtwälle auf eine interessante Geschichte des Ortes schließen. Diese Anlage gehört zum Heiligtum der Fortuna Primigenia und ist ein Meisterwerk antiker Architektur. In diesem Artikel stelle ich euch das Städtchen vor und verrate euch alle wichtigen Tipps für einen Ausflug von Rom nach Palestrina.

Historisches zu Palestrina

In der Antike hieß die Stadt Praeneste. Auf den Ruinen befindet sich das heutige Palestrina. Es ist unklar, ob die Römer oder die Griechen diese Stadt gründeten. Die ältesten archäologischen Funde stammen aus dem 7. Jahrhundert vor Christus und belegen, dass zu dieser Zeit eine Besiedlung der Gegend stattgefunden hat. Damit gehört Palestrina zu den ältesten Siedlungen des Lazio. Bereits bei Kaisern und vornehmen Römern war Palestrina wegen seiner hervorragenden Lage und guten Luft sehr beliebt. Bedeutende Adelsfamilien wie Colonna und Barberini werden mit diesem Ort in Verbindung gebracht.

Die Besichtigung von Palestrina

Die meisten Besucher kommen wegen des Heiligtums Fortuna Primigenia nach Palestrina. Diese überwältigende Anlage aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurde der Göttin des Glücks gewidmet. Sie diente damals auch als Orakelstätte. Besonders Frauen fanden den Weg nach Palestrina, um das Orakel um Rat zu fragen. Im unteren Teil der Anlage befinden sich eine Basilika und zwei Grotten. In der einen Grotte ist heute noch ein Mosaik mit einer Uferlandschaft und Fischen zu sehen.

Heiligtum Fortuna Primigenia Palestrina

Heiligtum Fortuna Primigenia Palestrina 2

Über unzählige Treppen und Stufen, vorbei an alten Stadtmauern und Säulenhallen gelangt ihr durch die Altstadt an die oberste Stelle des Ortes und des Heiligtums. Von hier habt ihr einen überwältigenden Blick auf die Stadt und die Albaner Berge. Bei gutem Wetter sogar bis nach Rom und dem Meer. Es ist kein Wunder, dass die einflussreiche Familie Barberini im 16. Jahrhundert veranlasste, an dieser Stelle einen Palazzo zu errichten.

Blick Palestrina

Straße und Treppen in Palestrina

Er geht unter dem Namen Palazzo Barberini in die Geschichte ein und beherbergt heute das Nationalmuseum. Hier sind die wichtigsten Funde aus dem Heiligtum zu finden. Das berühmteste Ausstellungsstück ist das Nilmosaik. Es ist das am besten erhaltende Bildmosaik über die Nillandschaft in der Zeit der Überschwemmung und auch eines der schönsten Mosaike antiker Kunst. Im 17. Jahrhundert im Heiligtum gefunden, wurde es damals in Einzelfragmente zerstückelt und verschickt. Einige Teile fanden den Weg sogar bis nach Deutschland. Sie sind heute in den Staatlichen Museen zu Berlin ausgestellt.

Barberini Palast Palazzo in Palestrina

Barberini Palast Blick Palestrina

Im Nationalmuseum Palestrinas sind Originalfragmente des Mosaiks mit Kopien der fehlenden ergänzt zu besichtigen. Eine große Anzahl von Tieren, die üppige Vegetation, Jagdszenen und vieles mehr lassen euch stundenlang vor dem gigantischen Mosaik verweilen und in die damalige Zeit eintauchen. Ein weiteres besonderes Fundstück ist die Manios-Spange, auch Fibula praenestina genannt. Dabei handelt es sich um eine goldene Fibel, die als ältestes Zeugnis der lateinischen Sprache gilt.

Heute ist Palestrina Bischofsitz der lateinischen Kirche im Umkreis von Rom. Nach dem Schutzpatron der Stadt Sant’Agapito Martire ist die Kathedrale der Stadt benannt. Zu seinen Ehren findet jedes Jahr vom 17.-19. August ein Fest statt. Im Inneren der Kathedrale könnt ihr eine Kopie der Pietà di Palestrina von Michelangelo, einer überwältigenden Skulptur der Hochrenaissance, besichtigen.

Thomas und Heinrich Mann in Palestrina

Auf dem Domvorplatz erinnert ein Denkmal an den italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina. Berühmt wurde er im 16. Jahrhundert durch seine Erneuerung der Kirchenmusik. Sein Geburtshaus dient als Museum. Erwähnenswert bleibt noch, dass auch die Brüder Heinrich und Thomas Mann Palestrina aufsuchten und hier eine Zeit lang ihre Sommer verbrachten. Der Ort wurde Schauplatz einiger ihrer Romane.

Anfahrt Palestrina / Verbindung Rom-Palestrina

Auch wenn sich Palestrina 30 Kilometer außerhalb und südöstlich von Rom befindet, ist die Anfahrt ganz und gar nicht kompliziert. Ihr habt die Wahl zwischen einer Anfahrt mit dem Regionalzug oder mit dem Bus.

Die Züge fahren in Termini ab. Ihr müsst euch dort ein Ticket für Zagarolo (das Nachbardorf von Palestrina) holen. Zwischen Termini und Zagarolo verkehren Regionalzüge, deswegen ist die Zugfahrt mit ca. 2,60 € pro Person sehr günstig. Angekommen in Zagarolo könnt ihr einen Shuttle-Bus nehmen, um die 4-5 Kilometer bis Palestrina zu überwinden. Alternativ könnt ihr natürlich auch ein Taxi nehmen. Erkundigt euch aber davor beim Fahrer über den Preis (oder macht einen Festpreis aus), um keine schlechten Überraschungen zu erleben. Die Zugtickets könnt ihr bereits online auf der Seite der „italienischen Bahn“ Trenitali buchen.

Eine andere Möglichkeit, um nach Palestrina zu kommen, sind die Regionalbusse von Cotral. Diese fahren an der Metrostation Anagnina ab (das ist die Endstation der Metrolinie A) und brauchen ca. 1 Stunde, um Palestrina zu erreichen. Der Bus hält in Palestrina Mitten im Dorf an der Straße Via Degli Arcioni. Die Busse verkehren relativ oft (Mo-Fr alle halbe Stunden, Samstag ca. 1x pro Stunde und an Feiertage und Sonntagen jede Stunden oder alle anderthalb Stunden). Erkundigt euch im Voraus über die Uhrzeit auf der Seite von Cotral (www.cotralspa.it – von Anagnina bis Palestrini eingeben). Die Tickets für die Fahrt bekommt ihr an der Metrostation Anagnina (Öffnungszeiten der Verkaufsstelle: Montag bis Samstag 07:10 Uhr bis 17:50). Kauft euch das Rückfahrticket am besten gleich mit).

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