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Quartere Coppede – Das Jugendstil-Wunderreich

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Coppede Viertel Rom

Das Quartiere Coppede? Was ist das? Rom, die Ewige Stadt, ist seit jeher ein Magnet für Touristen. Beinahe instinktiv wird mit der italienischen Metropole das Kolosseum verbunden, die Römer und antike Bauwerke. Und doch befindet sich im Nordosten eine kleine Insel im Jugendstil. Es handelt sich um das Vermächtnis des Architekten Gino Coppedé. Im Vergleich zum eher vielbesuchten Rest Roms ist es hier oftmals idyllisch ruhig, weswegen das Viertel zum Entschleunigen und Staunen einlädt. In diesem Artikel findet ihr alle Infos zur Besichtigung des Coppede-Viertels in Rom.

Coppede-Viertel: ein geplantes Architektur-Kunstwerk

Das märchenhafte Viertel, welches in beinahe keinem Touristenführer Erwähnung findet, wurde zwischen 1915 und 1926 gebaut. Gino Coppedè bekam damals nichts Geringeres als den Auftrag, ein komplettes Viertel, insgesamt 30.000 Quadratmeter, eigenhändig zu bebauen. Vorgaben bekam er so gut wie keine. So entstanden im Laufe der Jahre 18 Plätze und 27 Villen, die heute vor allem teure Firmensitze und Botschaften beherbergen. Er mischte den Jugendstil dabei mit Einflüssen aus Barock und mittelalterlichen Elementen. Bedeutende Ehrungen bekam Coppedè für seine eigenhändig erschaffene Kunstwelt jedoch nicht mehr: Er starb nur ein Jahr nach der Fertigstellung des Hauptteils und bekam so die Vollendung seiner Vision nicht mehr mit.

Insgesamt wohnen hier wenige Privatleute, weil die Mieten schlicht astronomisch sind. Als stilistischer Mittelpunkt dient die Piazza Mincio, in deren Mitte der Fontana delle Rane (der Fröschebrunnen) thront. Dieser imposante Brunnen hat auch deswegen Popularität gewonnen, weil es Bilder gibt, wie die Beatles nach einem Konzert in voller Kleidung darin baden. Wenn euch übrigens in diesem Viertel irgendetwas merkwürdig bekannt vorkommt, obwohl ihr es noch nie vorher besucht habt, hat das einen Grund: Viele Filme, vor allem der Horror-Klassiker „Inferno“ von Dario Argento, wurden hier gedreht.

Die Märchenwelt mitten in Rom: Besichtigung des Quartiere Coppede

Was macht das kleine Viertel im Jugendstil sonst aus? Dem flanierenden Touristen fällt vor allem auf, dass hier so gut wie kein klassischer Kommerztourismus stattfindet. Nirgendwo findet ihr hier den Trubel von Straßenhändlern oder Eisdielen. Abends werfen die kunstvollen Laternen ein romantisches Licht auf die Straßen und lassen die unzähligen Details der Fassaden noch echter und verspielter wirken.

Wer als Liebhaber von Jugendstil und insbesondere der italienischen Variante, dem Liberty-Stil, durch den großen Torbogen das Viertel betreten möchte, wird schon dort begeistert. Alleine das Eingangstor zum Viertel übertrifft sich mit zwei mächtigen Türmen und Details in Form von Medusen, Löwen und Widdern. Wenn ihr, was unbedingt zu empfehlen ist, in den frühen Abendstunden dieses Viertel besucht, ist die Bar Coppedè ein Muss. Sie liegt etwas abseits als Kontrastprogramm mit leuchtenden Neonröhren und eher modernem Antlitz. Bezeichnend ist, dass sie das einzige gastronomische Angebot im ganzen Viertel ist, denn: Das kleine Jugendstilwunderland ist ansonsten reines Wohnen und Arbeiten, ein in sich geschlossenes System. Auch das ist vielleicht einer der Gründe, warum der klassische Pauschaltourist hier wenig anzutreffen ist.

Brunnen Quartere Coppede Villa

Spinnenpalast Coppede Quatiere Viertel

Ein weiteres Muss bei einem Spaziergang durch das Viertel ist die Feenvilla. Sie ist einer der architektonischen Höhepunkte des Coppedè-Stils und hat die Anmut eines magischen Märchenschlosses. Der Villa gegenüber steht der Spinnenpalast, der seinen Namen den Details über dem Eingang verdankt. Gleich hinter der Feenvilla, nahe der polnischen Botschaft, befindet sich eine beeindruckende Sonnenuhr. Übrigens ist dieser Abschnitt Roms noch in anderer Hinsicht relativ unrömisch: Hier wird verhältnismäßig penibel auf Sauberkeit geachtet. Mit Sicherheit liegt das an den wertvollen Gebäuden, aber auch an der allgemein gut situierten Bevölkerung. Hier stört kein einziger Neubau den Fluss der Straßen und Villen. Das Coppedè-Viertel ist ein Kleinod mitten in Rom und trotzdem eine Parallelwelt mit verspieltem Mosaik, die mehr an Florenz als an die Stadt des Kolosseums erinnert.

Anfahrt / Metro / Bus Quartiere Coppede

Das Quartiere Coppede liegt ein wenig außerhalb des Zentrums und es halten keinen Metrozüge in unmittelbarer Nähe. Um das Viertel zu erreichen, empfiehlt es sich, mit der Tram / Straßenbahn anzureisen. Die Linien 3 und 19 halten beide direkt neben dem Viertel an der Station „Buenos Aires“. Die Tram könnt ihr zum Beispiel an der Metrostation „Policlinico“ nehmen (2 Stationen nördlich von Termini).

Wer mit dem Bus anreisen möchte, hat die Wahl zwischen den Linien 63, 83 und 92. Auch hier müsst ihr an der Station „Buenos Aires“ aussteigen.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise Coppede Viertel

Das Coppede-Viertel ist – abgesehen von den hohen Mietpreisen und seiner architektonischen Besonderheit – ein ganz normales Wohnviertel. Es gibt also keine Öffnungszeiten oder Eintrittspreise, ihr könnt das Quarte jederzeit umsonst besichtigen.

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